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Drei Krisen greifen ineinander

Drei Krisen greifen ineinander. Warum wir trotzdem kollektiv nicht handeln, und woran das liegt.

Drei Krisen greifen ineinander

Aus der langen globalen sozialen Krise ist die ökologische erwachsen. Jetzt kommt unausweichlich eine dritte hinzu, die durch künstliche Intelligenz entsteht. Gleichzeitig birgt genau diese Technologie ein erstaunliches Potenzial für Fortschritt und Wohlstand. Beides ist wahr, beides braucht gleiche Aufmerksamkeit.

Das Ende der vierten industriellen Revolution

Die vierte industrielle Revolution transformiert sich gerade fundamental. Repetitive Arbeit und mittelmässige Leistung werden systematisch durch KI übernommen. Die öffentliche Diskussion erfasst die Tragweite dieser Verschiebung bisher kaum. Was uns bevorsteht, ist eine tiefgreifende Umwälzung unserer sozialen Strukturen in wenigen Jahren. Wie alle schnellen Entwicklungen wird sie die Mehrheit unvorbereitet treffen. Neue soziale Verträge werden nötig sein, während unser Bildungssystem bereits meilenweit hinterherhinkt.

Warum wir nicht handeln

Die Missstände sind grösser als wir Einzelne, und sie bedrohen uns existenziell. Trotzdem werden wir kollektiv nicht handlungsfähig. Ich sehe fünf Gründe dafür.

  1. Wir vernachlässigen die innere Arbeit als Grundlage jeder äusseren Veränderung.
  2. Wir leben mit grundverschiedenen Welt- und Menschenbildern zusammen, ohne diese Differenz ernst zu nehmen.
  3. Wir glauben nicht daran, dass Zusammenarbeit über diese Differenzen hinweg überhaupt möglich ist.
  4. Wir haben nicht geübt, wie Vielfalt zu einer Kraft und nicht zu einer Lähmung wird.
  5. Wir verharren in linearem Denken und starren Strukturen, statt lebendige, dynamische Formen des Zusammenarbeitens zu entwickeln.

Daneben gibt es weitere Gründe. Angst vor Veränderung. Festhalten am Vertrauten. Überforderung mit der Komplexität. Das Nicht-Wahrhaben-Wollen der Krise. Die fehlende Verbindung zwischen Einsicht und Handlung. Sie alle sind real, sie alle sind bearbeitbar.